Produkte
Alle Produkte von Chroma sind aus natürlichen Quellen gewonnen, von Hand aufbereitet und in kleinen Chargen abgefüllt. Keine Farbstoffverstärker, keine synthetischen Stabilisatoren — nur Materie, wie sie die Natur bereitstellt.
Aquarell-Pigmentsets
Fein gemahlene Pigmente, bereits in Gummiarabikum eingebunden. Erhältlich als Erd-Set (6 Töne), Pflanzen-Set (5 Töne) und Mineral-Set (4 Töne). Für Papier, Karton und Seide geeignet.
Trockenpigmente
Lose Pigmentpulver in Klarglasgläsern à 30 g oder 100 g. Selbst binden — in Öl, Ei, Kasein oder Gummiarabikum. Ideal für experimentelle Techniken und eigene Rezepturen.
Pflanzentinten
Wasserbasierte Tinten aus Galläpfeln, Waid, Reseda und Krapp. Geeignet für Feder, Pinsel und Brush-Pen. Leicht säurehaltig, daher auf säurefreiem Papier besonders lichtecht.
Wachsfarben
Natürliche Pigmente in gereinigtem Bienenwachs. Für Enkaustik-Arbeiten auf Holz und Karton. Kleine Tiegelgröße (20 ml), erhältlich in Einzeltönen oder im Starter-Set mit 5 Farben.
Kalkechte Freskopigmente
Speziell aufbereitete, alkalibeständige Erdpigmente für Kalktechniken: Fresco buono, Kalkputz und Lehmputz. Geprüft auf Beständigkeit in stark alkalischem Milieu.
Saisonale Sonderchargen
Limitierte Jahreschargen aus besonderen Sammlungen: Herbstlaub-Schwarz aus dem Mangfalltal, Frühlings-Indigo aus eigenem Waid-Anbau, Gletscherschlamm-Grau aus den Alpen. Nur solange der Vorrat reicht.
Workflow
Von der Wildsammlung bis in die Hand der Künstlerin: Jedes Pigment, das Chroma verlässt, hat einen Weg hinter sich. Einen langen, sorgfältigen, oft aufwendigen Weg — den wir für notwendig halten, weil er das Ergebnis formt.
Sammlung
Wir sammeln Rohmaterialien in der Natur: Mineralien, Tone, Pflanzen, Hölzer, Flechten und Erden. Die Sammlungen finden saisonal statt und folgen festen Routen durch das Voralpenland, den bayerischen Wald und ausgewählte Partnerregionen in den Alpen. Nichts wird in einem Ausmaß entnommen, das dem jeweiligen Ökosystem schadet — wir arbeiten mit Entnahmemengen, die sich innerhalb einer Saison regenerieren.
Aufbereitung
Das gesammelte Material wird gereinigt, getrocknet und grob vorsortiert. Pflanzliches Material wird je nach Farbstofftyp mazeriert, gekocht oder fermentiert. Mineralien werden zunächst trocken zerkleinert, dann feucht gemahlen. Dieser Schritt bestimmt die spätere Partikelgröße — und damit, wie das Pigment auf dem Malgrund reagiert.
Mahlen & Sieben
Mit Handmühlen aus Naturstein und einem Vibrationsieb trennen wir verschiedene Körnungsgrade voneinander. Fein gemahlene Pigmente ergeben weiche, lassierende Farben mit großer Transparenz. Gröbere Körnung erzeugt Textur, Opazität und Tiefe. Je nach Anwendung werden die Fraktionen einzeln oder in definierten Mischungsverhältnissen abgefüllt.
Qualitätsprüfung
Jede Charge wird auf Reinheit, Farbtonstabilität und Bindeeigenschaften geprüft. Wir testen die Pigmente in verschiedenen Bindemitteln: Gummiarabikum, Leinöl, Kasein und destilliertem Wasser. Nur Chargen, die diese Eigenprüfung bestehen und einem konsistenten Farbbild entsprechen, werden für den Versand freigegeben. Einzelne Chargen werden für die Jahresarchivierung zurückgehalten.
Abfüllung & Versand
Pigmente werden in wiederverwendbare Gläser aus Klarglas abgefüllt und mit handgeschriebenen Etiketten versehen, die Herkunft, Sammeldatum und Körnungsgrad angeben. Verpackt wird in kompostierbarem Papier und Grasstärke-Polsterung. Wir versenden klimaneutral kompensiert und bevorzugen Bündellieferungen, um Transportwege zu minimieren.
Philosophie
Chroma ist kein Farbenversand. Wir sind eine Haltung. Eine Überzeugung, dass gute Farbe Zeit braucht — und dass diese Zeit es wert ist.
Natur als Ausgangspunkt
Kein Pigment bei Chroma wird synthetisch hergestellt. Wir arbeiten ausschließlich mit Materialien, die die Erde selbst bereitstellt. Das schließt bewusst Grenzen ein: Nicht jede Farbe ist verfügbar, nicht jede Saison gleich. Diese Grenzen halten wir für ehrlich.
Langsame Produktion
Wir produzieren in kleinen Chargen, ohne Fließband und ohne Jahresmengenplanung, die über unserem Rohstoffertrag liegt. Wenn eine Sammlung spärlich ausfällt, ist auch die Charge klein. Wir liefern lieber weniger als schnell.
Regenerative Entnahme
Jede Entnahme aus der Natur folgt festen Regeln: Maximal ein Drittel eines Bestandes, kein Eingriff in Schutzgebiete, Verzicht auf Sammlungen in Trockenjahren. Was wir nehmen, soll nachwachsen können — in unserer Lebenszeit.
Handwerk vor Automatisierung
Maschinen nehmen uns das Mahlen nicht ab. Wir haben uns bewusst dagegen entschieden — nicht aus Nostalgie, sondern weil der manuelle Prozess Qualitätsurteile ermöglicht, die kein Sensor trifft. Die Textur unter den Fingern sagt mehr als jede Messung.
Transparenz über Herkunft
Jedes Produkt trägt Ort, Saison und Sammlungsdatum. Wer mit Chroma-Pigmenten malt, weiß, woher die Farbe stammt. Wir glauben, dass diese Verbindung das Malen verändert — und vertieft.
Kein Wachstum um des Wachstums willen
Wir sind sieben Menschen und planen nicht, zwanzig zu werden. Unser Ziel ist nicht maximaler Umsatz, sondern maximale Qualität in einem Rahmen, der für Mensch und Material stimmt. Wachstum entscheidet sich bei uns jedes Jahr neu — auf Basis der Ernte.
Über uns
Chroma entstand 2014 aus einer tiefen Unzufriedenheit mit dem, was Kunsthandelsregale zu bieten hatten: synthetische Farben, industriell produziert, ohne Herkunft und ohne Geschichte. Mia Brenner und Felix Hartmann, zwei Künstler aus dem bayerischen Voralpenland, begannen stattdessen, die Natur selbst zu befragen.
In den ersten Jahren sammelten sie Erde, Gesteine, Pflanzen und Flechten aus dem Umland — nicht als Freizeitbeschäftigung, sondern als ernsthaftes Handwerk. Was als kleines Atelier in einem umgebauten Bauernstall begann, wuchs langsam zu einem Unternehmen heran, das heute Künstlerinnen und Künstler in ganz Europa beliefert.
Unsere Herkunft
Rosenheim, Bayern. Zwischen Alpen und Voralpenland findet sich ein außergewöhnlicher Reichtum an natürlichen Farbrohstoffen: Eisenocker aus den Hängen am Inn, Kohleschwarz aus alten Waldböden, tiefes Umbra aus tonreichen Erdschichten des Chiemgaus. Diese Landschaft ist unsere Quelle — und sie bestimmt, was wir anbieten können.
Die Jahreszeiten prägen unsere Arbeit. Frühjahrspflanzen liefern andere Farbtöne als der Herbst. Manche Materialien sind nur nach langen Regenphasen zugänglich, andere nur bei Trockenheit. Wir folgen dem Rhythmus der Natur, nicht umgekehrt.
Wer wir sind
Heute sind wir ein Team von sieben. Neben Mia und Felix arbeiten Botanikerin Lena Schwarz, Mineraloge Dr. Kiran Patel und drei weitere Mitarbeiterinnen bei uns. Wir teilen eine Überzeugung: dass Farbe mehr ist als Optik — sie ist Materie, Erinnerung und Verbindung zur Welt. Diese Überzeugung steckt in jedem Glas, das unser Atelier verlässt.